Instagram Use Case: General Electric

In Teil 3 unserer Reihe über Instagram-Profile (Teil 1 war das Profil der NHL, Teil 2 Roadcase-Designer Christopher Shalhoub) blicken wir auf General Electric (GE). GE ist in Bezug auf Social Media bei allen Plattformen sehr früh und sehr intensiv dabei: Ob Twitter, Facebook, YouTube,  Pinterest oder eben Instagram, GE ist vertreten und pflegt diese Profile auch sehr aktiv.

General Electric Instagram

Im Gegensatz zu den beiden bisher vorgestellten Profilen ist GE nicht monothematisch sondern bietet Fotos aus vielen Geschäftsbereichen. Man bekommt Eindrücke unter anderem aus Forschungslaboren, Luftfahrt, Erneuerbaren Energien und dem GE Leben.

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 13.48.16Die Vielfalt hat zur Folge, dass die Interaktionsraten nicht ganz so hoch sind sondern fast immer unterhalb 1% bleiben. Das folgende außergewöhnliche Foto bildet mit 1,8% die große Ausnahme.

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 13.47.28Gut gemacht ist die Verknüpfung der verschiedenen Profile unter einander. So wird das Ende des aktuellen TV-Spots „Agent of Good“ auch auf Instagram weiter gespielt und die alles entscheidende Frage auch der Community dort gestellt.

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 13.46.05

Instagram Use Case: Christopher Shalhoub

Teil 2 unserer Reihe über interessante Instagram-Profile (Teil 1 war das Profil der NHL). Christopher wer?Instagram Christopher Shalhoub

 Christopher Shalhoub ist ein Roadcase-Designer und -Manufakteur aus New Jersey, USA.  Die meisten seiner Kunden stammen aus der Musikindustrie, er baut aber auch Cases für alle möglichen Branchen wie z.B. Medizin- und Sportgerät. Er postet Fotos seiner Arbeit, nicht mehr und nicht weniger, quasi #Foodporn für Musiker.

Guitarboat

Er hat fast 4.500 Follower und erreicht regelmäßig eine Interaktionsrate von 10%, das Foto oben sogar 17%. Dadurch wächst seine Fanbase organisch, er ist aber auch selbst aktiv und sucht nach verwandten Hashtags wie z. B. Markennamen von Verstärker- und Insrumentenherstellern und fügt Nutzer hinzu, die sich dann über die „Sie haben einen neuen Follower“-Benachrichtigung sein Profil anschauen und hängen bleiben. Durch seinen sehr monothematischen Feed weiß man sofort, was man zu erwarten hat und die „Ich folge Dir damit Du mir folgst“-Taktik (früher sehr beliebt auf Twitter) funktioniert somit besser als bei einem bunten Mix aus Bildern.

Guitartech Techbox

Warum pflegt er ein Instagram-Profil? Das ist sein Akquise-Tool (gemeinsam mit Twitter, wo er die Bilder auch postet). Fast neben jedem Bild gibt es begeisterte Anfragen von Instagram-Fans, die auch so ein Case haben wollen. Und jedes Mal bittet Christopher höflich darum, via Email Kontakt aufzunehmen.

Manchmal hilft er auch Kunden ihr Equipment zu verkaufen, natürlich inklusive der Cases, die er gebaut hat.

Roadcase Marshall Speaker

Klassische, durch visuelle Effekte ansprechende, Instagram-Fotos kann er auch.

Welding

 Unserem Autor gefällt außerdem besonders gut, dass er beim Schweißen eine Eishockeytorhütermaske trägt.

Christopher Shalhoub

Instagram Use Case: NHL

Instagram ist auch nach dem Verkauf an Facebook ein kleines Enigma. Offensichtlich trifft es einen Nerv, hat viele Nutzer, macht vieles richtig. Im Gegensatz zu Facebook, wo Marken/Unternehmen die Möglichkeit haben, durch Werbung in den Feed der Nutzer zu kommen, ist der Feed bei Instagram tatsächlich sehr individuell und interessenabhängig was zur Folge hat, dass man schöne Use Cases oft nicht kennt. Aus diesem Grund wollen wir hier im Blog einige vorstellen, beginnend mit der NHL.
NHL Instagram Kanal

Zur Zeit sind in der NHL Playoffs, das heißt es wird gerade ausgespielt, wer „Meister“ wird und den Stanley Cup gewinnt.

Frenemies

Die Verantwortlichen machen das ganz clever und spielen zum Beispiel die Rivalitäten aus, inklusive dem Hashtag #frenemies, und posten vor jedem Spiel Fotos von Freunden/Verwandten, die nicht für das gleiche Team sind.

Gleichzeitig wissen die Fans auch mit Social Media umzugehen bzw. damit zu spielen.

Hashtag

Die Interaktionsraten bei diesen Fotos darf man mit  5.000+ likes und durchschnittlich 200 Kommentaren als sehr hoch betiteln. Das obige Hashtag-Bild hat 400 Kommentare, das Bild unten hat Stand heute 12.000+ Likes.

PatchesDie NHL nutzt Instagram also gerade jetzt zur Playoff-Zeit ganz vorbildlich, eingeleutetwurde diese für Fans besonders feierliche Zeit mit einem Bild des heiligen Grals, dem Stanley Cup. Ergebnis: knapp 19.000 Likes, das entspricht bei 160.000 Followern einer Interaktionsrate von über 10 Prozent. Noch mal zur Erinnerung: Ohne Werbung im Feed!

Stanley Cup Wir wissen natürlich, dass die NHL von Vaynermedia betreut wird, der Firma von Winelibrary.tv-Macher und Social Media Vorreiter Gary Vaynerchuk. Vaynerchuk ist dafür bekannt, seine Sicht der Dinge unverblümt und laut zu schildern, war einer der ersten, der als Experte für Social Media durch amerikanische Fernsehsendungen tingelte und wir finden es hervorragend, dass seine Firma seinen Worten Taten folgen lässt. Man darf sich bei dem NHL Instagram-Feed gern das ein oder andere abgucken…

AllFacebook Marketing Conference: Ein Tag Facebook, ein Tag voller Antworten

Insgesamt 13 Vorträge mit dem Kerninhalt Facebook sorgten mehrheitlich für gute Unterhaltung, zeigten viele Stolpersteine auf und gaben teils wertvolle Tipps für Unternehmer, aber auch Social Media Experten. Auch schön ist, dass ihr fast alle Präsentationen hier findet. Daher verzichte ich auf weitere Verlinkungen im Beitrag.

AllFacebook Marketing Conference (Bild von allfacebook.de)
AllFacebook Marketing Conference (Bild von allfacebook.de)

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen erfrischenden Beitrag von Gerald Hensel (S&F), der auf den Tag mit und um Facebook einstimmte. In 10 Punkten zeigt er die typischen Fehler von Unternehmen mit dem Medium Facebook auf. Und er machte Lust auf mehr.

Leider konnte das Niveau nicht gehalten werden und der Kollege von Facebook, Moritz Schäufele, spielte sich mit einer schwachen Vorstellung über das PMD selbst ins Abseits. Anschließende kritische Fragen wurden vornehmlich mit „Das ist nicht mein Kerngebiet, da fragt lieber jemand anderes“ beantwortet.

Die Vorträge über Facebook Ads waren für einige Unternehmer sicherlich wertvoll, wenn sie noch nie Ads geschaltet haben. Ansonsten wurden nicht mehr als die Basics erklärt und erwähnt, dass iCrossing bzw. AdPalor tolle Ad-Tools haben. Gehört meiner Meinung nach nicht zwingend auf eine Konferenz.

Über den Tag verteilt durften Lufthansa Cargo, Telefonica – O2 mit Interone sowie eBay mit Sellaround ihre Praxisbeispiele präsentieren.

Auch wenn bei Lufthansa Cargo ein „B2B“ im Titel des Vortrags zu finden war, ging es doch generell um Fans der Luftfahrt und weniger um mögliche Kunden, was schade war. Trotzdem zeigten sie auf, dass Social Media vom ganzen Unternehmen getragen werden muss und die besten Inhalte doch oft bei den eigenen Mitarbeitern zu finden sind.

O2 hingegen nutzt die unterschätzten Tabs und verwandelt Facebook zum „Browser“. Durchaus interessanter Ansatz, doch als gerade meine Neugier geweckt war, wurde das Prinzip von Thorsten Habermann und Christian Clawien (übrigens auch schon auf der Next13 mit dem Thema Big Data zu finden gewesen) sehr kritisch reflektiert. Manchmal dann doch bitte zu seinen eigenen Ideen und Konzepte stehen.

Und letztlich gab es noch den Beitrag von eBay und Sellaround, der mich leider nicht erreicht hat. Der Vortrag begann wenig spannend, so dass ich die Chance zum Netzwerken außerhalb des Raumes nutzte.

Eines der Hauptthemen war die steigende mobile Nutzung von Facebook, bereits 35% der Nutzer sollen vornehmlich mobil „liken“ und „sharen“. Aber kaum eine Facebook App ist optimiert für die mobile Nutzung. Und das ist sehr erschreckend. Sicherlich ist es immer eine Frage des Budgets, doch zumindest eine Fallbackseite sollte drin sein, und das dauert keine 4 Stunden. Hervorragend aufgearbeitet haben es vor allem Jasper Krog und Christian Lee Rottmann von Edelman Digital, der wohl größten Social Media Agentur.

Unter Berücksichtigung der mobilen Nutzung stirbt laut Michael Kamleitner (Die Socialisten) der klassische Gewinnspiel Tab aus. In seiner sehr guten Präsentation zeigt Kamleitner, dass Gewinnspiele in Kombination mit Open Graph unglaublich viel Potential entwickeln können, wird jedoch 1/3 des Potentials auf Grund falscher Konzeption und Programmierung verschenkt. Da Gewinnspiele immer noch ein gutes Zugpferd zur Fangewinnung sind, war der Beitrag sehr wertvoll für uns.

Nach der Fangewinnung ist vor dem ROI. Oder: Welcher meiner Fans wird zum Kunden? Und wie hoch liegt der CPR?

Martin Szugat von SnipClip hat hier reichlich Erfahrung gesammelt und diese mit uns geteilt. In seinem Vortrag zeigte er die Problematiken des klassischen Funnels auf, welche Metriken funktionieren und wie die Ergebnisse dank kleiner Anpassungen optimiert werden können. Auch wenn Szugat kein Allheilmittel aufzeigen konnte, so zeigt er den Unternehmern den richtigen Weg, ihren eigenen ROI zu finden.

CPR von Martin Szugat/SnipClip
CPR von Martin Szugat/SnipClip

Die letzten beiden Vorträge gehörten Johannes Lenz und Curt Simon Harlinghausen von AKOM360. Lenz nahm in seinem Vortrag den Newsfeed genauer unter die Lupe und erklärte diesen auch sehr gut. Seine 3 1/2 Thesen, die schon im Titel des Vortrags angekündigt waren, sind leider sehr nett ausgefallen, ein „stupid!“ am Satzende konnte ihnen auch nicht mehr Provokation einhauchen und somit zu einer regen Diskussion anregen.

Den Abschluss machte Harlinghausen und ging auf die Facebook Graph Search ein. Zuerst erklärte er die Funktionsweise von Suchmaschinen, warum Menschen suchen und was sie finden wollen. Das Schlagwort hier: Relevanz. Und wen wundert es, dass hinter der Graph Search ehemalige google Entwickler sitzen? Interessant zu wissen ist, dass die semantische Suche bei Facebook nicht auf Links basiert (wie bei google), sondern auf Basis der Nutzer und ihrer Handlungen.

Gut gemacht ist der Übergang von Information hin zu möglichen Business Cases und Tipps für Unternehmen. Wir freuen uns bereits auf die Einführung der Graph Search und den damit verbundenen Geschäftsmodellen.

Die Allfacebook Marketing Conference war inhaltlich breit aufgestellt mit dem Fokus auf aktuelle Trends und Entwicklungen und konnte damit überzeugen. Schade war, dass nach den Vorträgen das Netzwerken auf ca. eine Stunde beschränkt war. Unter anderem lag es eben nicht an den Teilnehmern, sondern an dem sehr beschränkten Ausschank und den Sponsoren, die Ihre Stände förmlich abrissen, während vielerorts noch spannende Gespräche geführt wurden. Hier wünschen wir uns eine bessere Lösung und gerne kommen wir im November wieder.

‚Here be Dragons‘ und die Ritter der Schwafelrunde

Warum heißt die Konferenz Next und hat den Untertitel Here be Dragons? Weil Sie dem Publikum Ausblick auf die Zukunft gibt, es zu Innovationen anregt und vor allem die Angst vor Drachen* nimmt. Die Angst also vor Big Data, Context, neue Interfaces, dem Markt? Ich bin mir nicht sicher. Meine Ängste heißen eher Urheberrechtsschutz, Datenschutz, Datendrosselung, Kurzlebigkeit.

Die Next 13 hat dieses Jahr nicht halten können, was sie (oder ich mir?) versprach.**
Die Next 13 hat dieses Jahr nicht halten können, was sie (oder ich mir?) versprach.**

Da sitze ich nun in einem Workshop und bekomme erklärt, wie toll doch AR, QR-Codes, RFID und NFC sind und dass ich meine Kunden damit bedienen solle, um diese langfristig für mich zu gewinnen. Oder ich höre mir im nächsten Vortrag zum wiederholten male an, dass Daten das Öl des 21. Jahrhundert sind. Nicht zu vergessen, dass im Internet of Things Gegenstände miteinander kommunizieren. Das ist Innovation! Aus den letzten Jahren, wohl gemerkt.

Trotzdem kann es spannend sein, wenn ich die Themen weiterdenke. Überlege, was ich mit den Daten oder Things machen kann, wie ich kombiniere, neue und nützliche Produkte entwickle. Aber das haben leider nur wenige vermitteln können. Alleine einige provokative Thesen oder Anregungen hätten den Großteil der Vorträge und Workshops sehenswert gemacht. Aber statt ein wenig Pioniergeist an den Tag zu legen, haben die meisten nur von ihren bisherigen Erfahrungen berichtet. Erfahrungen, die unser einer auch schon machen durfte. Auch ein Peer Steinbrück konnte mit seiner wohl kaum selbstgeschriebenen Rede nicht überzeugen. Und bevor ich nun auf die zehn oder zwölf Vorträge eingehe, die meiner Meinung nach Zeitverschwendung waren, folgend die Gewinner der Next 2013.

Hervorzuheben gilt es in diesem Fall Dan Hill mit seinem wirklich inspirierenden Vortrag „City of Sounds“. Für mich das absolute Highlight auf der Next13. Dan Hill zeigt die digitalen Missstände von Städten auf und zeigt innovative Maßnahmen von so genannten smart citizens.

„We must look somewhere else for inspiration, to the most important aspect of smart cities. That would be smart citizens.“

Empfehlenswert dann entsprechend sein Essay, der Basis für sein Vortrag war.

Weitere sehenswerte Vorträge gab es von Harper Reed (hier geht’s zum Video), welcher schlicht weg gut war, und den Kollegen vom „Design Research Team“ um Gesche Joost der Universität der Künste Berlin mit wirklich starken Ideen. Auch haben Sie aufgezeigt, wie wichtig Prototyping sein kann.

Mit Hilfe des Handschuhs können Taubstumme z.B. SMS schreiben.
Mit Hilfe des Handschuhs können Taubstumme z.B. SMS schreiben.

„Prototyping is a way of thinking and go back and forth.“

 

* Siehe Seite 28/29 

** Hier sei erwähnt, dass ich nicht alle Sessions gesehen habe und entsprechend nicht alles beurteilen kann.