Der Facebook Spot – das FTVC

Theoretisch handelt dieser Blogeintrag von Facebook Video Ads. Aber genauso wie die „einfache“ Geschenkbox (Alan Rickman) in Love Actually „so viel mehr ist als eine Kiste” (Rowan Atkinson) ist, geht es in diesem Text nicht um das Anzeigenformat „Video Ad“, sondern um den Facebook Spot, das Werbemittel „Video“ auf Facebook.

Dass Video auf Facebook das GoTo-Format ist, hat sich inzwischen bei vielen Marketeers herumgesprochen. Wir wissen, dass über 100 Millionen Stunden Video an jedem Tag auf Facebook konsumiert werden. Eine Studie besagt, dass Käufer, die Video-Content geschaut haben, 1,8x eher einen Kauf tätigen als Käufer die kein Video geschaut haben. Eine GfK-Studie belegt darüber hinaus, dass Facebook-Spots die Kaufabsicht um 25% erhöhen, TV-Werbung hingegen „nur“ um 20%. Diese scheinbar kleine Differenz wird natürlich sehr viel interessanter, wenn man bedenkt, dass der ROI von Facebook bei 1,55 liegt, TV im Vergleich bei 0,35.

An Facebook Videos führt kein Weg vorbei

Wenn man jetzt noch das viel bessere Targeting bedenkt (erreicht die Zielgruppe mit einer Genauigkeit von 91% im Vergleich zu 43% bei TV), und berücksichtigt, dass 10 Sekunden Video gucken verantwortlich für 72% Kaufintention ist, dann kommt man an Facebook Video nicht vorbei.

Facebook dient den meisten Marketern bisher mehr dazu Nachfrage zu generieren, als zu erfüllen (also direkt zu verkaufen), obwohl der Call-To-Action Wirkung zeigt. Insofern sollte der Fokus auf Marke und Brand Awareness liegen. Dass man über „How to“-Videos, Tutorials, Demos und Experten Interviews zusätzlich mehr Interaktion generiert, ist bekannt, doch ich möchte mich noch mal dem „Spot“ widmen, dem FTVC wenn man so will.  

Werbetreibende begannen damit, ihren TVC auf YouTube hochzuladen. Zunächst damit er online verfügbar war, dann auch, um ihn als PreRoll-Ad zu nutzen. Inzwischen wissen die meisten, dass es bei Online Videoanzeigen einen anderen Spannungsbogen geben muss, damit die Zuschauer nicht sofort wieder wegklicken. Allerdings denken die meisten nicht sehr viel weiter, wenn es um Targeting und Zielgruppenanpassung geht.

Da geht noch mehr

Denn es geht nicht darum, das Geld für den TV-Spot einfach zu shiften. Wir brauchen ein anderes Skript. Wir brauchen ein Skript, dass wir mit ein wenig Kreativität im Schnitt auf 4-6 verschiedene Zielgruppen zuschneiden können. Ein Skript, dass sich nicht von 30’’ einengen lässt, sondern so lang ist, wie es braucht – vielleicht reichen ja auch 23 Sekunden. Und ein Skript, dass die Komponente “Untertitel” mit einkalkuliert, vielleicht sogar damit spielt, um den Film auch ohne Ton wirken zu lassen.

Beispiel dieser Spot von About You.

Nicht 30 Sekunden, sondern 100. Clickbait Header oben drüber und gepusht. Dankenswerter Weise hat About You Gründer Tarek Mueller die Klickzahlenentwicklung bis zur Drei Millionen-Grenze dokumentiert.

Das zweite Video aus der Reihe ist kein neuer Schnitt sondern ein neuer Film, allerdings ganz klar für eine andere Zielgruppe konzipiert, nämlich männlich 18-30.

Die Views sind da, auch ohne Untertitel, aber ich würde vorschlagen, wir hören auf, diese Kategorie Facebook Virals zu nennen, sondern nennen das Kind beim Namen: Facebook Spot oder FTVC.

Abschließend noch die brandaktuelle E-Marketer Studie, die besagt, dass die Deutschen in diesem Jahr erstmalig mehr Zeit mit digitalen Medien verbringen als mit TV, wobei Digital weiter wächst während TV stagniert.

Bewegtbild/Video wirkt, keine Frage. Aber es ist Zeit von “made for TV” zu “made for Facebook” zu wechseln.

Veröffentlicht von

Sebastian Keil

Geschäftsführer bei Anttrail, Stratege, Schlechte Witze-Erzähler, Mobile First

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