Instagram Community Building – you’re doing it wrong

Instagram ist im Lauf des letzten Jahres zu meiner Lieblingsapp geworden. Privat. Ich mag einfach gern in eine Traumwelt abtauchen, schöne Gitarren, Details von schönen Gitarren, Bandfotos, Freunde, und ab und zu Gitarren. Manchmal kaum doch meistens sehr inszeniert.

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Während Facebook von vielen Firmen und Personen schon umfassend für (Selbst)-Marketingzwecke genutzt wird (eigene Seite, Aktivität in Gruppen, Facebook Anzeigen usw.), ist der Marketingumgang mit Instagram in Deutschland noch nicht auf professionellem Level angekommen. In vielen Fällen werden einfach die Facebook-Werbemittel auch auf Instagram benutzt. Zugegeben, es könnte sein, dass der Verantwortliche einfach das Häkchen “Anzeige auch bei Instagram schalten” übersehen hat (der Grund ist aber im Prinzip egal) – das Resultat sind Motive im falschen Format und vor allem mit anderem Ziel und deshalb anderem Look.

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Auch die regulären Postings sind oft einfach die gleichen wie bei Facebook und Twitter, frei nach dem Motto: “Das spielen wir dann auch auf Insta!”

Jetzt auch mit Community Management

Die nächste Stufe sind dann reichweitensteigernde Maßnahmen. “Such mal nach unseren Hashtags und dann klick auf ‘like’”. Das ist grundsätzlich keine schlechte Idee – der Rezipient des Likes guckt vielleicht auf das Profil des Like-Gebenden und erwidert das Like möglicherweise wobei dieser Mechanismus in den letzten sechs Monaten in meinen Augen deutlich an Effekt verloren hat. Problematisch wird diese Interaktion erst recht, wenn einfach pauschal die letzten drei Bilder ein Like bekommen. Das erste wird über das Hashtag identifiziert, die beiden anderen weil sie in der Chronologie folgen. Im neuen Design ist das nicht mehr ganz so gut zu sehen, früher sah das so aus.

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Wanted: Glück und Bestätigung

Weitreichender als ein Like ist ein Kommentar. Grundsätzlich ist es wie bei allen Sozialen Medien: Ein empfangender Kommentar löst ein Glücksgefühl aus. “Jemand hat mir geschrieben.” Schade und kontraproduktiv ist es dann, wenn der Kommentar nichtssagend an der Grenze zu Spam ist. Abgesehen von den unsäglichen automatisierten Direktnachrichten wenn man auf Twitter einen neuen Follower bekam, kann ich mich nicht wirklich an vergleichbare Mechanismen auf Twitter und Facebook erinnern. Wenn Personen oder Unternehmen dort antworten verfolgt das meist einen inhaltlichen Zweck.

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Anders bei Instagram. Feuer, Rocknrollhörner, super, herz, “awesome”, “amazing”. Das sind Kommentare die den Verfasser ca. 3 Sekunden kosten und sich leider auch genau so anfühlen. Meine persönliche Krönung: “I can’t tell you how much I like your feed.” Dein einzigen Zweck den so ein Kommentar erfüllt ist Quote oder der Versuch, mich zum Profilangucken und liken zu bewegen. Ein möglicherweise vorhandenes Kommunikationsziel wird damit auf jeden Fall nicht erreicht.

Es gibt keine Abkürzung

Es hat sich leider nichts an der seit 10 Jahren gepredigten Maxime geändert: Social Media Kommunikation kostet Zeit. Wer wertvolle Verbindungen mit Nutzen (und potentiellen Freunden/Followern/Multiplikatoren/Kunden) aufbauen möchte, sollte mehr als drei Sekunden Zeit pro Kontakt investieren. Um sich einzulesen, um den Menschen ein bisschen zu verstehen und etwas sagen zu können, nicht nur zu reden. Da steckt Arbeit drin. Und Erfahrung und Übung. Sonst könnte es ja auch jeder…

Veröffentlicht von

Sebastian Keil

Geschäftsführer bei Anttrail, Stratege, Schlechte Witze-Erzähler, Mobile First

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